Mittwoch, 18. September 2019
Twitter for the illiterate
Die Serie 2 Broke Girls ist ein schier endloser Fundus wunderbarer Zitate. Eins davon:

Twitter is stupid and Instagram is Twitter for people who can’t read.

Dem ist nichts hinzuzufügen. Auch ansonsten lohnt es sich, mal reinzuschauen; ist zwar eine Sitcom, was nicht jeder*m gefällt, aber die Landschaft aus manch flachem und viel nur leicht hügeligem Humor ist immer wieder gespickt mit intelligenten Gipfeln. Hier noch einer (für den die Zusatzinformation hilfreich ist, dass die beiden Protagonistinnen [toll: Kat Dennings und Beth Behrs] in einem schmuddeligen Diner ihr Geld verdienen):

A woman in my section wants to know if we do anything gluten-free. What do I tell her?Tell her she’s not allergic. She’s just masking an eating disorder.
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Samstag, 14. September 2019
Mama, mach mal »muh«!
Denn du und alle anderen, wir sind Klick-Vieh auf digitalen Weiden, wie es Sibylle Berg ausdrückt in ihrer heutigen SPON-Kolumne.
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Sonntag, 8. September 2019
Geht’s euch gut?
Neuseeland hat im neuen Staatsfinanzplan erstmals den Posten des Wellbeing Budgets vorgestellt. Darin geht es um Dinge wie psychische Gesundheit, Kindswohl, Unterstützung für Māori und Pasifika (Mikronesien, Melanesien, Polynesien), die Reduzierung von CO₂ und die Unterstützung von Landwirten in der Folge des Klimawandels, Milliardenprogramme zur Verbesserung von Krankenhäusern und Schulen – liest sich erstmal recht spannend. Auch das, was Premierministerin Jacinda Ardern schreibt:

While economic growth is important (…) it alone does not guarantee improvements to our living standards. Nor does it measure the quality of economic activity or take into account who benefits and who is left out or left behind. Neuseeland habe, trotz massiven Wirtschaftswachstums, mit hohen Selbstmordraten, Obdachlosigkeit, Gewalt in Familien und Kinderarmut zu tun.

Mag ja sein, dass es sich hier wieder einmal nur um regierungsofizielle Augenwischerei handelt – aber allein, dass diese Themen auf die Agenda gehoben – und mit teilweise nicht wenig Geld unterstützt – werden, ist schon mal ein Schritt in die richtige Richtung.
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Sei still!
Der Journalist, Autor und Moderator Jürgen Domian sagt im Interview mit SPIEGEL ONLINE (mindestens) zwei wahre Sätze: Stille und Schweigen gibt es in unserer Welt kaum. Und wir sind es nicht gewohnt, uns selbst zu sehen. Aus dieser beständigen Ablenkung resultiert eine Fremdheit mit sich selbst, die schließlich auch zur Fremdheit mit anderen und zur Fremdheit mit allem führt.

Viele der Probleme, die seit langem, und immer zugespitzer in der Gegenwart, das Miteinander der Menschen bestimmen, rühren aus dieser Fremdheit. Die einfache Erkenntnis, dass alles eins ist (und damit auch alle eins sind), wenn sie denn wirklich verinnerlicht ist, verhindert Hass, Gewalt, »Ehrenmorde« und Kriege, Bullying und Mobbing, Sexismus und Rassismus, Dissen und Mansplaining – um nur ein paar zu nennen.

Aber wie soll diese Erkenntnis ihren Weg in unser Glaubenssystem finden, wo doch alles um uns herum darauf abzielt zu vereinzeln? Mein Auto ist größer als deins, mein Kind kann schon lesen, der Syrer kriegt einen neuen Kühlschrank, für mich gibt’s noch nicht mal ergänzende Sozialleistungen, mein Insta hat 30 000 Follower, Single macht, was Single will™ – das soziale Leben ist vom Miteinander zum Gegeneinander geworden. (Vielleicht auch nicht geworden, sondern immer schon gewesen, aber jetzt wird’s halt uber-öffentlich ausgetragen.)

Einer der Wege zum Erleben des Einsseins ist Achtsamkeit. Oder genauer: Achtsamkeitsmeditation. Die setzt allerdings keinen abgedunkelten Raum, keine Räucherstäbchen, keinen Lotussitz und keine indische Sitar-Musik voraus, sondern funktioniert auch beim Abwaschen, beim Gehen, beim Essen, beim Schuhezubinden – das ist sogar der eigentliche Trick in Sachen Achtsamkeit: Sei achtsam, aufmerksam, im Hier und Jetzt bei allem, was du tust.

Ein guter Lehrer für diese Art Gegenwärtigkeit ist der Vietnamese Thích Nhất Hạnh, ein guter Einstieg dessen Buch Das Wunder der Achtsamkeit (englisch The Miracle of Mindfulness), das so schöne Sätze enthält wie: There are two ways to wash the dishes. The first is to wash the dishes in order to have clean dishes and the second is to wash the dishes in order to wash the dishes.

Außerdem ist es sehr erfrischend und bereichernd, sich mit Eckhart Tolle auseinanderzusetzen, vor allem mit dessen bekanntestem Buch The Power of Now. Den im nordrhein-westfälischen Lünen geborenen Ulrich Leonard Tölle bezeichnete The New York Times schon vor über zehn Jahren als the most popular spiritual author in the United States, und in diesem Fall ist Popularität mal nicht gleichzusetzen mit Plattheit. Ein typischer Tolle-Satz, zu finden bei Wikiquote, ist fast deckungsgleich mit dem Zitat weiter oben von Thích Nhất Hạnh: You can practice this by taking any routine activity that normally is only a means to an end and giving it your fullest attention, so that it becomes an end in itself.

Es mag übrigens sein, dass es auch ein, zwei brauchbare Apps zum Thema Achtsamkeitsmeditation gibt, aber die werden hier trotzdem nicht empfohlen. Das Mobiltelephon lenkt erwiesenermaßen derartig von allem anderen ab und die Aufmerksamkeit auf sich selbst, dass jede Meditations-App ein inhärenter Widerspruch ist.
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